Das Smart Home will uns etwas mitteilen

05.05.2016

Das Smart Home will uns etwas mitteilen

In einem SmartHome lässt sich vieles visualisieren. Zunehmend im Fokus steht dabei die Anzeige der Verbrauchsdaten. Dank dem Internet of Things (IoT) wird dies auch zunehmend einfacher und erschwinglicher.

Mit dem Einzug des SmartHome hat auch die interaktive Visualisierung des Wohnraumes Einzug gehalten. Neben der klassischen Steuerung von Licht, Musik, Jalousien usw. steht dabei zunehmend die Verbrauchsdaten-Visualisierung im Fokus. Die Fachwelt spricht hier vom so genannten Smart Metering. Smart Metering beinhaltet den Ansatz, Haushaltskunden mit elektronischen Zählern für Gas, Wasser, Strom und Wärme usw. auszustatten, die über die reine Verbrauchsmessung hinaus mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet sind. Smarte Meters können verbrauchte Energie-Mengen dabei nicht nur messen und speichern. Sie sind in der Lage diese Daten mit Hilfe eines Bussystems oder eines Netzwerkes an den Kunden Versorger zu kommunizieren.

Klug messen und darstellen
Smart Metering bedeutet deshalb auch so viel wie „klug messen“. Ein Smart Meter im Keller ersetzt oder ergänzt zum Beispiel en herkömmlichen Stromzähler. Aber im Gegensatz zu diesem, der ohne Busverbindung im Keller hängt, ist ein Smart Meter vernetzt. Er liefert seine Daten an ein Hausinternes Netzwerk/Bussystem und ermöglicht somit die Anzeige aller Aktuellen Verbrauchsdaten. Seit kurzem existieren hier Lösungen, welche die Zählerdaten direkt via Ethernet an das Smartphone des Kunden senden. Solche Anwendungen sind auch zu den Internet of Things Anwendungen zu zählen. Es existieren gar schon Leuchten und andere Geräte, welche Ihren eigenen Energieverbrauch direkt via Netzwerk melden können. Die Zukunft wird hier noch einige spannende Produkte auf den Markt bringen, wir stehen erst am Anfang.
Auf der Visualisierung die ebenfalls mit diesem Netzwerk verbunden ist, könne diese vom Zähler erfassten Daten für den Endkunden plausibel dargestellt werden. Der grosse Vorteil dabei ist dann eben, dass dies nicht nur einmal im Jahr passiert wie bei der normalen Energieabrechnung, sondern in Echtzeit und Tagesaktuell. Nur so können die Verbraucher dazu motiviert werden, ihren Energieverbrauch zu beobachten, zu optimieren und dadurch Schlussendlich motiviert werden Energie zu sparen. Zudem können die Daten gesammelt und über die Jahre verglichen werden.

Der Tacho offenbart auch Fehler
Der Tacho im Gebäude offenbart auch hemmungslos Fehler die in einer Anlage bestehen. Dies kann um einen Wünschenswert sein, ruft aber ggf. auch Gegner auf den Plan, welche damit ggf. beweisen müssten, dass Ihre Anlagen wirklich so effizient sind wie es in der Werbung geschrieben steht. Aufzeichnungen von Smart Meters und deren grafische Darstellung haben in der Praxis schon manche Fehlerquelle innerhalb der Gebäudetechnik entdeckt. Dabei handelt es sich oft um Dinge, die ohne Visualisierung und Transparenz unter Umständen während des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes unnötig und unmerklich Energie verbrauchen würden. Ein grosser Faktor für die Effizienz eines Gebäudes ist jedoch steht’s der Nutzer. Sein Verhalten kann extrem zum Verbrauch einer Liegenschaft beitragen. Dies im positiven aber auch im negativen Sinn.

Wie nachhaltig ist Monitoring
Schlussendlich stellt sich aber auch zunehmend die Frage: Wie interessiert sind die Nutzer eines Smarthomes den tatsächlich an den effektiven Verbrauchsdaten? Mit dem Internet of Things können solche Dienste sehr einfach und wesentlich günstiger angeboten werden als allgemein erwartet. Die Nachhaltigkeit und die aktuelle Lebensdauer der Lösungen ist jedoch Aufgrund der noch nicht langen Verfügbarkeit nur schwer abzuschätzen. Zudem wird bei einem Energiepreis von weniger als einem halben Franken pro Kilowattstunde der Spareffekt deutlich gehemmt.
Dann stellt sich die zweite Frage im Prozess der Energiedatenerfassung: Wie gross darf der Aufwand fürs sparen den sein? Was muss der Nutzer dafür tun, wie steht es um die Suffizienz . Ab wann interessiert es den Nutzer nicht mehr, täglich den Verbrauch zu sehen. Was wären Gründe für ein Hemmnis? Zum einen ist deshalb der möglichst einfache Zugang zu den Daten zu gewähren, oder die Möglichkeit diese Verbräuche auch positiv zu beeinflussen. Kann hier der Nutzer nichts oder zu wenig bewirken, wird das Interesse mit der Zeit sehr rasch verschwinden. Eine Studie der EKZ aus dem Jahre 2010 zeigte deutlich auf, wie kritisch das Probleme der Nachhaltigkeit der Interessen der Kunden an den Verbrauchsdaten ist. Evtl. hat sich seither im Nutzerverhalten einiges geändert, aber der Aspekt ist steht’s zu berücksichtigen. Laut EKZ dauert zudem die Umstellung bis alle Zähler über das gesamte EKZ Versorgungsgebiet mit Smart Metern ausgerüstet sind voraussichtlich 15 bis 20 Jahre. Private Initiativen wären hier also um einiges schneller. Auch die Visualisierung von sehr langsamen Prozessen, wie zum Beispiel der Verbrauch von Wärmedaten ist nur von mässigem Interesse. Bleibt also prinzipiell zu hoffen, dass alleine Möglichkeit der Anzeige von Verbrauchsdaten, den Nutzer langfristig motiviert, sein Verhalten zu ändern. Ein spannendes Detail dazu: Aktuell klärt Minergie Schweiz ab, ob das Monitoring von Gebäuden und Wohnungen in den Minergie Standard oder als Minergie-Modul integriert werden sollte. Erste Ansätze dazu wurden an deren GV im Herbst 2015 genannt.


1) Unter Suffizienz versteht man das Mass in Bezug auf Selbstbegrenzung und Konsumverzicht. Dabei geht es vor allem auch um die Verhaltensänderungen (insbesondere) als Mittel des Umweltschutzes, die mit möglichst wenig Komforteinbusse erreicht werden kann. Zum Beispiel mit Intelligenten Lösungen

Über die Initiative Intelligentes Wohnen

Die Initiative Intelligentes Wohnen ist eine Fachgruppe der GNI. In der GNI sind Hersteller,
Systemintegratoren und Dienstleistungsanbieter organisiert, um das Smarthome in der Schweiz nachhaltig zu fördern. Bereits seit dem Jahr 2000 engagiert sich ihre Fachgruppe «Intelligentes Wohnen» für dieses Ziel. Sie organisiert unter anderem Smarthome-Tagungen und ist auch Mitinitiatorin des Jahrbuchs «Intelligentes Wohnen». Die Fachgruppe arbeitet eng mit dem VSRT, dem VSEI und weiteren Verbänden zusammen, denn Vernetzung fordert alle Branchen.

Vertiefte Informationen und Ausbildung sind weitere wichtige Aufgaben der Fachgruppe.

www.intelligenteswohnen.com
www.g-n-i.ch

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