Wissen Ihre Kunden, dass…

01.10.2016

Wissen Ihre Kunden, dass…

All IP kommt, Analog und ISDN gehen! Deshalb müssen bestehende Alarm-, Lift- und Haustechnikanlagen demnächst umgerüstet werden. Die Zeit drängt langsam aber sicher, die Branche steht mit in der Verantwortung. Ihr Wissen über einzelne Anlagen und ihre Mithilfe bei der Information der Kunden sind gefragt.

Dank All IP („Alles über das Internet-Protokoll“) werden sämtliche Dienste – TV, Internet und auch die Festnetztelefonie – über dasselbe Netz übertragen. Swisscom treibt diesen Technologiewandel seit längerem stark voran, weil er die Grundlage der Digitalisierung der Schweizer Wirtschaft und der Privathaushalte bildet. Swisscom plant, bis Ende 2017 die herkömmliche, veraltete PSTN-Festnetztechnologie durch das zukunftsorientierte Internet-Protokoll (IP) abzulösen. Das Festnetz als solches wird weiterbestehen, lediglich die Übertragungstechnologie innerhalb der Swisscom Netzinfrastruktur wird erneuert. Swisscom gibt an, mittlerweile rund die Hälfte der Anschlüsse auf All IP umgestellt zu haben.

Analoge Leitungen sind vorbei
Neben dem Festnetztelefon kommunizieren künftig auch Sonderanwendungen wie Lifttelefone, Alarmsysteme und weitere Anlagen in der Haustechnik via Modem über das Festnetz. Um den einwandfreien Betrieb dieser Dienste auch nach 2017 sicherzustellen, empfiehlt es sich, den Wechsel auf IP so rasch wie möglich anzugehen. In der Praxis ist hier noch mächtig Nachholbedarf auszumachen. Von solchen Sonderanwendungen existieren gemäss Gianni Fabiano von Swisscom rund 300‘000 bis 400‘000 in der Schweiz. Das Problem von Swisscom ist, dass sie nicht weiss, welche Technologie hinter einem solchen Anschluss steckt. Deshalb sind hier auch die Partner gefordert, welche die Anlagen ihrer Kunden kennen und mit ihrem Wissen die Umstellung vorantreiben und ihre Kunden informieren müssen.

Lift- und Alarmanlagen im Fokus
Wie erwähnt, gehören vor allem Lifttelefone sowie die Anbindung von Alarmanlagen zu den Sonderanwendungen. Swisscom geht davon aus, dass in der Schweiz rund 80‘000 Alarmanlagen und rund 100‘000 Lifttelefone installiert sind. Eine gewaltige Menge, wenn man bedenkt, dass alle diese Anschlüsse in den nächsten zwei Jahren umgestellt werden müssen. Mit der Umstellung vom bisherigen PSTN-Netzwerk auf All IP ändert sich für diese Anlagen einiges: Die Speisung war bisher über das Telefonnetz möglich, dies entfällt mit All IP. Hingegen ist im Prinzip überall ein Router nötig, über den die neue Anlage angeschlossen wird. Dieses zusätzliche Element in der Übertragungskette kann kritisch sein, wenn im Gebäude kein Strom mehr vorhanden ist. Speziell zu beachten ist deshalb die Thematik der Stromautonomie. Zum einen muss diese innerhalb des Gebäudes in Bezug auf die Kommunikationseinrichtung gewährleistet werden. Dies kann zum Beispiel mit einer kleinen USV erfolgen. Zum anderen gilt es auch auf die Stromautonomie des Netzes zu achten (Zugang, Verteiler von Swissscom). Swisscom verfügt dazu über ein Onlinetool, mit welchem registrierte Swisscompartner Stromautonomie-Analysen für das Netz durchführen können.

Hybrid für kritische Anwendungen
Generell gilt es für jede einzelne Lösung, die Sicherheitsanforderungen in den Normen zu beachten. So waren Alarmanlagen bis anhin nur über die analoge Telefonleitung mit der Alarmempfangsstelle verbunden. Nun müssen sie wie erwähnt via IP an einen vorhandenen oder einen eigenen Router angeschlossen werden. Als zusätzliche Sicherheit und als zweiter Kommunikationsweg wird ein redundanter Anschluss via Mobilfunknetz von Swisscom empfohlen. Dies erhöht sogar die Verfügbarkeit im Vergleich zu den bisherigen analogen Leitungen. Alles, was es dafür braucht, ist ein Modem, dessen Übertragungsmodul neben der IP-Anbindung zusätzlich mit einer so genannten M2M-SIM-Karte ausgerüstet ist. M2M steht für „Maschine-zu-Maschine-Kommunikation“ und bietet die Verbindung alternativ via Mobilfunknetz an (Grafik 1).

Fazit
All IP bringt viele Vorteile, das ist unumstritten. Bei einem Lifttelefon oder bei einer Alarmanlage, die eigentlich „nur“ telefonieren müssen, muss dies allerdings etwas differenziert betrachtet werden. Deshalb ist auch die Argumentation, warum der Hauseigentümer in etwas investieren soll, das nach wie vor dasselbe macht, nämlich im Notfall einen Anruf zu ermöglichen, einiges schwieriger. Der technologische Fortschritt ist hier vielleicht nicht ganz so entscheidend und der Mehrwert entsprechend schwieriger zu definieren. Mit der Fernwartung, die über All IP sehr elegant möglich ist, sowie der zusätzlichen Redundanz bei einer Anbindung via GSM stehen zwei starke Argumente zur Verfügung. Die Umstellung auf All IP wird stattfinden, das ist beschlossene Sache. Deshalb gilt es nun, die Eigentümer so rasch wie möglich proaktiv über die anstehende Umstellung bei Lifttelefonen, Alarmsystemen und Haustechnikanlagen zu informieren.

Über die Initiative Intelligentes Wohnen

Die Initiative Intelligentes Wohnen ist eine Fachgruppe der GNI. In der GNI sind Hersteller,
Systemintegratoren und Dienstleistungsanbieter organisiert, um das Smarthome in der Schweiz nachhaltig zu fördern. Bereits seit dem Jahr 2000 engagiert sich ihre Fachgruppe «Intelligentes Wohnen» für dieses Ziel. Sie organisiert unter anderem Smarthome-Tagungen und ist auch Mitinitiatorin des Jahrbuchs «Intelligentes Wohnen». Die Fachgruppe arbeitet eng mit dem VSRT, dem VSEI und weiteren Verbänden zusammen, denn Vernetzung fordert alle Branchen.

Vertiefte Informationen und Ausbildung sind weitere wichtige Aufgaben der Fachgruppe.

www.intelligenteswohnen.com
www.g-n-i.ch

Weitere Pressemeldungen